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Frischer Wind auf dem Biohof Bakenhus

Frischer Wind auf dem Biohof Bakenhus

Wer sich bislang wenig mit ökologischer Landwirtschaft oder Grundwasserschutz beschäftigt hat, fragt sich vielleicht: Was hat eine Fleischerei eigentlich mit Trinkwasser zu tun?

Die Antwort findet sich auf dem Biohof Bakenhus in Großenkneten. Hier zeigt sich ganz konkret, wie Lebensmittelproduktion und Wasserschutz zusammenhängen. Der Hof liegt in einem Wasserschutzgebiet des OOWV, genau dort, wo ein Teil unseres Trinkwassers gewonnen wird. Alles, was auf den Feldern passiert, wirkt sich langfristig auf das Grundwasser aus.

Ökologische Landwirtschaft setzt deshalb auf natürliche Kreisläufe, vielfältige Fruchtfolgen und organische Düngung statt chemisch-synthetischer Mittel. So wird der Boden geschont, Nährstoffe werden gezielt eingesetzt und das Risiko von Nitratbelastungen im Grundwasser verringert.

Biohof, Fleischerei und Umweltbildung – eine besondere Kooperation

Die Bakenhus Biofleisch GmbH arbeitet weiterhin eng mit dem Biohof und der Umweltbildung des OOWV zusammen. Der Hof ist nicht nur landwirtschaftlicher Betrieb, sondern auch außerschulischer Lernstandort. Schulklassen und Gruppen erfahren hier praxisnah, wie nachhaltige Landwirtschaft funktioniert – vom Pflanzenanbau über Grünlandwirtschaft bis hin zur maßvollen Tierhaltung.

Diese Verbindung ist bundesweit eher ungewöhnlich: Ein Wasserversorger betreibt nicht nur Brunnen und Leitungen, sondern engagiert sich aktiv in der Landwirtschaft, um das Trinkwasser langfristig zu schützen.

Tierhaltung mit klaren Standards

Produziert wird nach hohen Bioland-Standards. Das bedeutet konkret:

  • Rund 150 Angus-Rinder weiden mit viel Platz und frischer Luft auf den Grünflächen des Hofes.

  • Etwa 350 Schweine leben in offenen Ställen mit Stroh, in denen sie ihrem natürlichen Verhalten nachgehen können.

  • Auch regionale Partnerbetriebe, die den Hofladen beliefern, verpflichten sich zu artgerechter Haltung.

Kurze Transportwege, stressarme Abläufe und handwerkliche Verarbeitung gehören ebenfalls zum Konzept. Für Geschäftsführer Torsten Selle ist das „eine Frage der Haltung“ – im doppelten Sinne: Überzeugung und Tierhaltung.

Ein erfahrener Geschäftsführer mit neuen Ideen

Torsten Selle übernahm im Januar 2025 die Geschäftsführung der Bakenhus Biofleisch GmbH. Zuvor sammelte der gelernte Fleischermeister jahrzehntelang Erfahrung – als Fleischfachberater, Bereichsleiter und Manager mit Verantwortung für rund 3.500 Fachgeschäfte. Später führte er zwei eigene Fleischereien, bevor er nach Großenkneten wechselte.

Sein Vorgänger Rainer Breuer hatte den Betrieb über 20 Jahre geprägt. Die Einarbeitung begleitete Jürgen Focke, Regionalleiter des OOWV im Landkreis Cloppenburg. Die enge Kooperation zwischen Wasserversorger, Biohof und Fleischerei bleibt damit bestehen.

Sichtbare Veränderungen – bewährte Qualität

Nach außen werden die Neuerungen Schritt für Schritt sichtbar:

  • neues Logo und neue Werbematerialien

  • modernisierter Verkaufswagen

  • neu gestalteter Hofladen

  • geplanter Relaunch von Website und Webshop

Der Hofladen wurde heller, strukturierter und effizienter gestaltet. Neben eigenen Fleisch- und Wurstspezialitäten gibt es nachhaltige Produkte regionaler Landwirte. Hier werden auch die Bestellungen aus dem Webshop sowie Waren für Großhandelspartner verpackt und versendet.

So gelangen die Produkte inzwischen weit über die Region hinaus – von Schleswig-Holstein bis Thüringen und vom Emsland bis nach Berlin.

Regional einkaufen – direkt vor Ort

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, hat mehrere Möglichkeiten:

  • Jeden Donnerstag steht der Verkaufswagen auf dem Wochenmarkt am Oldenburger Pferdemarkt.

  • Der Hofladen auf dem Biohof Bakenhus (Bakenhuser Esch 8, Großenkneten) ist montags bis freitags von 8 bis 15 Uhr geöffnet.

Warum das Ganze wichtig ist

Nachhaltige Ernährung bedeutet mehr als ein Bio-Siegel auf der Verpackung. Sie betrifft Böden, Tiere, Klima – und unser Trinkwasser.

Der OOWV zeigt mit dem Biohof Bakenhus, wie verantwortungsvolle Landwirtschaft und aktiver Gewässerschutz zusammenwirken können. Was hier entsteht, ist mehr als Fleisch und Wurst: Es ist ein praktisches Beispiel dafür, wie regionale Wirtschaft, Umweltbildung und Ressourcenschutz Hand in Hand gehen.

Oder anders gesagt: Wer hier einkauft, entscheidet sich nicht nur für Qualität – sondern unterstützt ein System, das Boden, Tiere und Wasser gleichermaßen im Blick behält.

OOWV Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband

26919 Brake
Wir sind für Sie da.: 0800 1801201 (kostenlos) - Mo-Fr von 7-16 Uhr
Notfall: 04401 6006