Mechanische Unkrautregulierung für den Grundwasserschutz: Projekt „Hacke und Striegel“ wächst weiter

Weniger chemische Pflanzenschutzmittel einzusetzen und gleichzeitig das Grundwasser zu schützen, ist ein zentrales Anliegen beim OOWV. Mit dem Projekt „Hacke und Striegel“ wird genau dieser Ansatz seit sechs Jahren erfolgreich verfolgt und kontinuierlich weiterentwickelt.
Beim jüngsten Jahrestreffen in der OOWV-Betriebsstelle Thülsfelde zeigte sich, wie positiv sich das Projekt entwickelt hat. Projektleiter Johannes große Beilage stellte aktuelle Zahlen vor: Rund 880 Hektar wurden im vergangenen Jahr mit der Hacke bearbeitet. Beim Striegel konnte mit über 2.300 Hektar sogar ein neuer Höchstwert erreicht werden.
Die Einsätze finden in verschiedenen Regionen des Verbandsgebiets statt, unter anderem in Wiefelstede, Markhausen sowie im Raum Harpstedt, Wildeshausen und Großenkneten. Entscheidend für den Erfolg ist die enge Zusammenarbeit mit landwirtschaftlichen Partnerbetrieben, die die Maßnahmen vor Ort mit eigenen Maschinen und Personal umsetzen. Diese Kooperation zeigt, dass sich Grundwasserschutz und landwirtschaftliche Praxis gut miteinander verbinden lassen.
Auch die technische Weiterentwicklung spielt eine wichtige Rolle. Künftig werden die bearbeiteten Flächen per GPS-Tracking automatisch erfasst. Dafür hat der OOWV alle Geräte mit entsprechender Telemetrie ausgestattet. Das erleichtert die Dokumentation und sorgt gleichzeitig für eine effizientere Einsatzplanung. Mit einem zusätzlichen Präzisionsstriegel wurde zudem der Maschinenpark erweitert, sodass nun insgesamt neun Geräte zur Verfügung stehen.
Gerade in Trinkwassergewinnungsgebieten bietet die mechanische Unkrautregulierung große Vorteile. Vor allem im Maisanbau können typische Unkräuter wie Knöterich, Hirse oder Melde wirksam bekämpft werden, ohne auf chemische Pflanzenschutzmittel zurückgreifen zu müssen. So lässt sich deren Einsatz deutlich reduzieren oder sogar ganz vermeiden.
Über das Projekt hinaus baut der OOWV sein Engagement weiter aus. Ab der Saison 2026 wird ein zusätzliches Reduktionsprogramm für Pflanzenschutzmittel gestartet. Landwirtinnen und Landwirte können Maßnahmen zur Verringerung des Mitteleinsatzes umsetzen und erhalten dafür finanzielle Unterstützung. Insgesamt stellt der Verband dafür jährlich zusätzliche Mittel in Höhe von 500.000 Euro bereit.
Für OOWV-Geschäftsführer Karsten Specht ist klar, dass sich dieser Einsatz langfristig auszahlt. Wer früh in den Grundwasserschutz investiert, kann aufwendige und kostenintensive Aufbereitungsverfahren vermeiden. Gleichzeitig wird deutlich, dass es auch weiterhin Unterstützung braucht, um den Schutz der Wasserressourcen nachhaltig zu sichern.
Das Projekt „Hacke und Striegel“ steht beispielhaft für den Weg, den der OOWV verfolgt: praxisnah, kooperativ und mit einem klaren Fokus auf den langfristigen Schutz des Trinkwassers.

