Regentonne aufstellen: nachhaltig den Garten bewässern

Wer seinen Garten liebt, weiß: Ohne Wasser wächst wenig. Doch gerade in trockenen Sommern wird deutlich, wie wertvoll die Ressource Wasser ist. Eine der einfachsten und wirkungsvollsten Lösungen für eine nachhaltige Gartenbewässerung ist die Anschaffung einer Regentonne. Sie sammelt Regenwasser vom Dach, speichert es direkt am Haus und macht es für Beete, Sträucher, Kübelpflanzen und Rasen nutzbar. Das spart Trinkwasser, entlastet die Kanalisation bei Starkregen und versorgt Pflanzen mit weichem Wasser, das viele Arten besser vertragen als hartes Leitungswasser. Das Umweltbundesamt empfiehlt ausdrücklich, Regenwasser für Garten und Balkonpflanzen zu nutzen und möglichst vor Ort versickern zu lassen.
Darum ist Regenwasser für die Gartenbewässerung ideal
Regenwasser ist kostenlos, kalkarm und in der Regel gut temperiert. Gerade Pflanzen wie Rhododendren, Hortensien, Geranien oder viele Gemüsepflanzen profitieren von weichem Wasser. Leitungswasser hat dagegen Trinkwasserqualität und ist aufwendig gewonnen, kontrolliert und verteilt. Für die Bewässerung im Garten ist diese Qualität meist nicht nötig. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass Regentonnen eine einfache Maßnahme sind, um Regenwasser für den Garten zu sammeln. Oft reicht dafür ein Regensammler im Fallrohr, der das Wasser in die Tonne leitet. Hinzu kommt: Der Klimawandel verändert den Umgang mit Wasser. Längere Trockenperioden und Starkregenereignisse treten häufiger als Herausforderung auf. Die Nationale Wasserstrategie des Bundes soll unter anderem Trinkwasserversorgung sichern, Trockenheitsrisiken bewältigen und Wasserressourcen langfristig schützen. Für Hausgärten heißt das: Jeder Liter Regenwasser, der sinnvoll gespeichert und genutzt wird, ist ein Beitrag zum verantwortungsvollen Umgang mit Wasser.
Welche Regentonnen bzw. Wasserspeichermöglichkeiten gibt es? Vorteile und Nachteile im Überblick
Regentonne aus Kunststoff
Die klassische Regentonne aus Kunststoff ist günstig, leicht und in vielen Größen erhältlich. Sie fasst häufig zwischen 200 und 500 Liter, ist schnell aufgestellt und eignet sich besonders für kleine bis mittlere Gärten. Ihr Nachteil: Sie ist optisch oft schlicht und kann bei Sonneneinstrahlung Algenbildung begünstigen, wenn sie nicht abgedeckt wird.
Regentonnen in Holz-, Stein- oder Amphorenoptik
Dekorative Regentonnen in Holz-, Stein- oder Amphorenoptik verbinden Nutzen und Gestaltung. Sie passen gut an Terrassen, Hausecken oder Vorgärten und wirken weniger technisch. Dafür sind sie meist teurer und bieten nicht immer so viel Fassungsvermögen wie einfache Modelle.
Regenwassertanks oder Wandtanks
Regenwassertanks oder Wandtanks sind schmal gebaut und eignen sich für enge Standorte. Sie lassen sich gut an Hauswänden platzieren und verfügen oft über Entnahmehähne. Der Nachteil liegt im höheren Preis und in der meist festeren Standortbindung.
Zisterne
Wer sehr viel Wasser speichern möchte, kann über eine Zisterne nachdenken. Sie wird oberirdisch oder unterirdisch installiert und kann deutlich mehr Regenwasser aufnehmen. Für größere Gärten oder automatische Bewässerungssysteme ist das sinnvoll. Aufwand, Kosten und Planung sind allerdings deutlich höher als bei einer einfachen Regentonne. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz unterscheidet grundsätzlich zwischen oberirdischen Regentonnen und unterirdischen Zisternen.


Regentonne aufstellen: Darauf sollte man achten
Eine Regentonne braucht einen stabilen, ebenen und tragfähigen Untergrund. Wasser ist schwer: Schon 300 Liter wiegen etwa 300 Kilogramm. Pflastersteine, Betonplatten oder ein fester Sockel sind daher besser als weicher Boden. Die Tonne sollte möglichst nah am Fallrohr stehen, damit der Anschluss kurz und sicher bleibt. Wichtig ist außerdem ein Deckel. Er verhindert, dass Laub, Schmutz, Tiere oder Mücken in die Regentonne gelangen. Gleichzeitig schützt er Kinder und Haustiere. Ein Überlauf ist ebenfalls sinnvoll, damit überschüssiges Wasser bei Starkregen gezielt versickern oder in die Kanalisation zurückgeführt werden kann. Wer das Wasser bequem entnehmen möchte, stellt die Tonne leicht erhöht auf. Dann passt eine Gießkanne unter den Hahn. Nicht jedes Dach ist ideal für Regenwasser. Von Dachflächen aus Kupfer, Zink oder bitumenhaltigen Materialien können Stoffe abgeschwemmt werden, die für Boden und Pflanzen problematisch sein können. Öko-Test verweist in diesem Zusammenhang auf Hinweise des Umweltbundesamtes. Für die normale Gartenbewässerung über unproblematische Dachflächen gilt Regenwasser jedoch als sehr gute Lösung.
Regentonne anschließen: So kommt das Regenwasser vom Dach in die Tonne
Der einfachste Weg führt über das Fallrohr der Dachrinne. Dort wird ein Regensammler, oft auch Regendieb genannt, eingesetzt. Er leitet einen Teil des Regenwassers aus dem Fallrohr in die Regentonne. Viele Modelle besitzen einen Filter, der groben Schmutz zurückhält. Manche Systeme stoppen die Zuleitung automatisch, sobald die Tonne voll ist. So läuft sie nicht über. In der Praxis wird zunächst die passende Höhe an Fallrohr und Regentonne markiert. Danach wird ein Stück des Fallrohrs geöffnet oder ausgeschnitten. Der Regensammler wird eingesetzt und mit einem Schlauch an die Tonne angeschlossen.
Das ist bei der Wasserspeicherung vom Dach wichtig:
- Wichtig ist, dass der Zulauf leicht abwärts zur Tonne führt und die Verbindung dicht sitzt.
- Bei Frost sollte die Tonne entleert oder der Zulauf geschlossen werden, damit Eis keine Schäden verursacht.
Besonders nachhaltig wird das System, wenn überschüssiges Regenwasser nicht unkontrolliert abläuft, sondern in eine Mulde, ein Beet oder eine Versickerungsfläche geleitet wird. So bleibt Wasser länger auf dem Grundstück und kann dem Boden zugutekommen.
Wenn Wasser in der Regentonne kippt: Geruch, Algen und Mücken vermeiden
Regentonnenwasser kann unangenehm riechen, grünlich werden oder eine schmierige Oberfläche bilden. Umgangssprachlich heißt es dann oft, das Wasser sei „umgekippt“. Ursache sind meist organische Einträge wie Laub, Blütenstaub, tote Insekten, Vogelkot oder zu viel Wärme und Licht. Algen wachsen besonders gut, wenn die Tonne offen steht und Sonne bekommt. Feststellen lässt sich gekipptes Wasser meist durch Geruch, starke Trübung, Algenbelag oder faulige Ablagerungen am Boden. Für den Ziergarten ist solches Wasser in vielen Fällen noch nutzbar, solange es nicht stark faulig riecht und nicht auf essbare Pflanzenteile gespritzt wird. Besser ist es, Gemüse und Kräuter bodennah zu gießen und Blätter sowie Früchte nicht zu benetzen.
Was können Sie tun, damit das Wasser in der Regentonne nicht „umkippt“?
Vorbeugen ist einfach: Regentonne abdecken, Laubfilter nutzen, die Tonne schattig stellen und regelmäßig reinigen. Ein feinmaschiges Netz oder ein geschlossener Deckel verhindert außerdem, dass Mücken Eier ablegen. Gegen Mückenlarven wird häufig Bacillus thuringiensis israelensis (kurz Bti) eingesetzt; Hersteller beschreiben es als gezielt wirksam gegen Mückenlarven und unproblematisch für Menschen, Pflanzen und viele Nützlinge. Noch besser ist ein geschlossenes System, bei dem Mücken gar nicht erst an die Wasseroberfläche gelangen.
Sieben Gründe, warum Wasser sparen im Garten wichtig ist
- Trinkwasser bleibt dort verfügbar, wo echte Trinkwasserqualität gebraucht wird.
- Regenwasser reduziert den Bedarf an Leitungswasser für Beete und Kübel.
- Gespeichertes Regenwasser hilft Pflanzen durch Trockenphasen.
- Weniger Abfluss entlastet Kanäle bei Starkregen.
- Kalkarmes Regenwasser ist für viele Pflanzen verträglicher.
- Wassersparen senkt langfristig Kosten im Haushalt.
- Nachhaltige Gartenbewässerung stärkt den bewussten Umgang mit regionalen Ressourcen.
Weitere Möglichkeiten für nachhaltige Gartenbewässerung
Neben der Regentonne gibt es viele Wege, Wasser im Garten effizienter zu nutzen:
- Tropfschläuche
- Gießringe für Bäume
- Mulchen gegen Verdunstung
- Wasserspeichernde Böden mit Kompost
- Trockenheitsverträgliche Pflanzen
- Zisternen
- Versickerungsmulden
- Bewässerung am frühen Morgen
- Größere Gießmengen in längeren Abständen
- Verzicht auf häufiges Rasensprengen
Der NABU empfiehlt unter anderem, selten, dafür durchdringend und wurzelnah zu gießen, statt Wasser oberflächlich zu versprühen.
FAZIT: Wer eine Regentonne aufstellt, fängt nicht nur Regen auf, sondern macht den Garten widerstandsfähiger, spart wertvolles Trinkwasser und setzt ein sichtbares Zeichen für nachhaltige Heimatpflege.




