Ausflugstipp: Das Pestruper Gräberfeld – Zu Fuß in die Bronzezeit

Ausflugstipp: Das Pestruper Gräberfeld – Zu Fuß in die Bronzezeit
Die Bronze- und die Eisenzeit sind nur einen kleinen Ausflug entfernt. Zwischen Wildeshausen und Pestrup befindet sich das Pestruper Gräberfeld. Es sieht auf den ersten Blick aus wie eine leicht gewellte Heidelandschaft. Aber es handelt sich um den größten bronze- und eisenzeitlichen Begräbnisplatz im nördlichen Mitteleuropa.
 
Ein Spaziergang lohnt sich zu jeder Jahreszeit!
 

Was gibt es auf dem Gräberfeld zu sehen?

Leicht begehbare Sandwege führen vorbei an Birken und Eichen, und winden sich durch von Heidekraut bedeckte Flächen. In der warmen Jahreszeit weiden manchmal Schafe auf dem etwa 39 Hektar großen Gelände. Was wie ein idyllischer Heidespaziergang wirkt, ist tatsächlich viel mehr: Die dicht gedrängten, 637 gerade einmal meterhohen runden und länglichen Erhebungen sind Zeugnisse der frühen Besiedelung der Wildeshauser Geest. Es handelt sich um Hügelgräber. Das Pestruper Gräberfeld ist ein zwischen etwa 900 und 200 vor Christus entstandener Begräbnisplatz - ein urgeschichtlicher Friedhof.
 
In jedem der Grabhügel wurden die Überreste mindestens eines Menschen bestattet, als Aschehaufen oder in Urnen aus Ton. Dazu kommen Beigaben in den Gräbern, die teils mit verbrannt wurden, teils aber auch erhalten sind. Es handelt sich oft um persönliche Gegenstände, zum Beispiel schmückende Armringe oder Waffen. 
 
Sechs der Hügel sind besonders groß und wurden von den ersten Forschern, die sich im 19. Jahrhundert für das Gräberfeld interessierten, Königshügel genannt. Inzwischen wissen die Fachleute, dass urgeschichtliche Realität eine andere war. Die Königshügel sind keine Gräber, sondern die Orte, wo die Verstorbenen vor der Urnenbeisetzung verbrannt wurden.

Wie werden die Gräber erforscht?

Erste wissenschaftliche Grabungen fanden auf dem Gräberfeld Mitte des 20. Jahrhunderts statt. Seit den 1990er Jahren wird nicht mehr gegraben. Das bedeutet, dass ein großer Teil der Gräber weiter ungeöffnet ist. Inzwischen bedient sich die archäologische Forschung anderer Werkzeuge. So verraten Laserscans Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die Geheimnisse der Grabhügel.

Wer erklärt mir, was ich auf dem Gräberfeld sehe?

Wer sich auf den bequemen, etwa 2,5 Kilometer langen Rundweg über das Gelände macht, findet am Wegesrand große Infostelen und Tafeln mit Erklärungen. Praktisch ist der Audioguide, der vor Ort die Besonderheiten des Pestruper Gräberfeldes erläutert. Einfach den QR-Code aufs Smartphone herunterladen und los geht’s.

Kann ich ein Grab von innen besichtigen?

Was sich im Innern der Grabhügel befindet, bleibt beim Spaziergang ein Geheimnis. Doch im Anschluss an den Besuch des Gräberfeldes lockt nur wenige Kilometer entfernt in Wildeshausen das Urgeschichtliche Zentrum in der früheren Feuerwache zum Besuch. Das im Sommer 2025 eröffnete Zentrum bietet visuelle und digitale Informationen zu den Pestruper und anderen Gräbern aus der Vorzeit. Mit dabei ist der begehbare Nachbau eines Großsteingrabes. 
 

Wie kommt man zum Pestruper Gräberfeld?

Das Pestruper Gräberfeld liegt etwa 2,5 Kilometer südöstlich von Wildeshausen an der Pestruper Straße und ist mit Auto oder Zweirad leicht zu erreichen. Vom gut ausgeschilderten Parkplatz mit (Dixi-)Toilette und Schutzhütte aus brauchen die Besucherinnen und Besucher nur die Straße zu überqueren und stehen schon am Ausgangspunkt des Rundweges.

Wie darf man das Pestruper Gräberfeld erkunden und was ist verboten?

Das Pestruper Gräberfeld ist Teil des Naturparks Wildeshauser Geest. Das Gelände im Naturschutzgebiet darf nur zu Fuß auf den Wegen erkundet werden. Hunde müssen das ganze Jahr über an der Leine geführt werden. Das Gelände darf nicht mit dem Rad befahren werden.
 
Neugierig geworden? Dann auf zu einem Ausflug zum Pestruper Gräberfeld! Es bleibt dabei - ein Spaziergang lohnt sich zu jeder Jahreszeit! 
 
„einfach Heimat“ - Erkunden, staunen und genießen!
Ellen  Reim

Ellen Reim

Bremen
So bin ich zum Schreiben gekommen: Während des Studiums der Fächer Anglistik, Germanistik und Politikwissenschaft absolvierte ich ein Praktikum bei einer Tageszeitung. Da war es um mich geschehen.
Das bedeutet Heimat für mich: Heimat ist ein Ort mit Menschen, mit denen ich mich gut verstehe.
Mein Lieblingsort hier im Nordwesten: Ein roter Plüschsessel in Reihe 9 des Programmkinos Gondel in Bremen.
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