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Umweltbewusst lernen: Plastikfreie Schule ist klasse

Umweltbewusst lernen: Plastikfreie Schule ist klasse

Die Fridays for Future-Demos zeigen es: Mittlerweile setzen sich auch hierzulande zahlreiche Schüler für eine nachhaltige Lebensweise, die Vermeidung von Plastik und die Rettung der Umwelt ein. Dabei können auch sie bereits im Kleinen einiges leisten, denn an Schulen und in Schulranzen ist immer noch viel zu viel Plastik im Umlauf. Jedes Jahr werden Millionen Hefte in Plastikumschläge gesteckt, um den Inhalt zu schonen – nicht jedoch die Umwelt. Wo im Bereich Schule noch überall Plastik eingespart werden kann und es Alternativen gibt, verrät einfach Heimat.

Ein Umdenken an den Schulen
Klarsichthüllen, Filzstifte, Kulis, Tintenpatronen, Tintenkiller, Plastiklineale – da werden Erinnerungen an unsere Schulzeit wach. Zum Glück gibt es ein Umdenken in der Penne: Zur Einschulung bekommen die Eltern zwar wie damals eine lange, doppelseitige Materialliste – doch der Trend geht bereits hier zur plastikfreien Schule. Buntstifte statt Filzmaler sind gefragt und beim Lineal wird zu Holz gegriffen. Die lästigen Klarsichthüllen sind zumindest in den ersten Klassen abgeschafft. Und für die höheren Klassenstufen gibt es am Markt Alternativen aus Papier.
Buntstifte
Zudem sind an vielen Schulen in den Pausen „Müllsammel-Trupps“ mit Greifern rund um den Schulhof unterwegs, um umherfliegenden Müll einzusammeln. So lernen die Kids schon früh, Verantwortung für ihre Umwelt zu übernehmen.

Welcher Alternativen gibt es zu kaufen?
Nicht immer gibt es eine umweltschonendere Alternative und leider können wir nicht überall im Schulalltag auf Plastik verzichten. Aber jeder kann kleine Schritte machen: So gibt es in den Läden zum Beispiel Federmappen aus Baumwolle, Holzlineale, Metallanspitzer, Tuschkästen aus Metall mit natürlichen Farben oder wiederbefüllbare Klebeflaschen zu kaufen. Radiergummis brauchen keine überflüssigen Halter, Stifte und Spitzer keine aufwändigen Extras. Blöcke, Hefte und Schnellhefter gibt es aus Recycling-Papier. Es gibt auch Hefte, die gar keinen Umschlag brauchen. Und wenn doch ein Umschlag nötig ist? Dann gibt es schöne und bezahlbare Heftumschläge aus Papier statt Plastik. Statt eines neuen Malerkittels fürs Kind tut es auch ein ausgedientes Hemd von Papa – sieht cool aus und trägt dank Second Hand ebenfalls zum Ressourcenschonen bei.


Vorausschauend und vorbildlich: Müllfreies Frühstück
Auch beim Schulfrühstück können Sie mit gutem Beispiel voran gehen: Geben Sie Ihrem Kind eine Mehrwegflasche aus Edelstahl mit, die jeden Tag aufs Neue mit Wasser oder Schorle befüllt wird. Setzen Sie auch bei Brotdosen auf Edelstahl, in denen täglich neue, frische Leckereien ohne weitere Umverpackungen warten. Finger weg von Tetra-Paks oder einzeln verpackten Riegeln. Selbst gemacht und mit Liebe klein geschnitten, vielleicht noch ein kleines Gemüse-Gesicht aufs Käsebrot gezaubert, schmeckt es eh am besten.

Tipps für eine plastikfreie Einschulung
Bei Ihnen steht die Einschulung an? Dann denken Sie gleich beim Bestücken der Schultüte an die Umwelt und überraschen Sie Ihren ABC-Schützling darin mit plastikfreien, nützlichen Dingen für den ersten Schultag – das darf an diesem besonderen Tag auch fair gehandelte Schokolade oder selbst gemachtes Popcorn sein. Und eine selbst gemachte Schultüte aus Tonkarton, verziert nach den Wünschen des Kindes, sorgt garantiert für leuchtende Augen bei der Einschulung!

Besonders für Schulanfänger, für die alles noch neu und aufregend ist, kann auch ein eigens genähter Sorgenfresser die Angst nehmen. In den Reißverschlussmund kann ihr Kind einen Zettel mit seinen aufgemalten Sorgen stecken und ihn zumachen – Sie entsorgen dann am Abend den Zettel, der dann am nächsten Morgen „aufgefressen“ wurde. Die Sorgen sind „verschwunden“ und ihr Kind fühlt sich sicherer.

Do it yourself: plastikfreie Alternativen herstellen
Zugegeben: Es erfordert ein hohes Maß an Zeit, Kreativität und nicht zuletzt Können, damit die selbst gemachten Buchumschläge überhaupt entstehen, halten und dabei auch noch gut aussehen. Aber wer handwerklich geschickt ist und in Pandemiezeiten bereits Mund-Nasen-Masken für die Familie genäht hat, kann auch für individuelle Buchumschläge aus Stoff zur Nähmaschine greifen. Schnelle Bastelfreunde versuchen es mit Tonpapier, Geschenkpapier, Zeitungspapier oder wasserfestem Wachspapier. Dafür wird das Heft geöffnet auf das Papier gelegt und an den Seiten je vier Zentimeter dazu gegeben. Seiten umknicken und mit einem Klebestift aneinander festkleben. Nun noch das Buch umdrehen, den Umschlag beschriften – fertig. Wenn alle Hefte zusammen in eine Pappmappe gelegt werden, halten sie länger.

Motivations-Tipp: Wenn die Kids selbst mitmachen dürfen, gehen sie erfahrungsgemäß auch sorgfältiger mit ihren Sachen um.
Schulkinder

Bildnachweis Titelbild:Space_Cat/AdobeStock 
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Kim Vredenberg-Fastje

ein Heimatkind...
Kim liebt...: ...das Gefühl von Heimat und Meer - und sie hat praktisch beides direkt vor der Haustür.
Lieblingsgetränk: Neben Kaffee, nun ja: am liebsten Wasser. Stilles, weil sie sonst eher laut ist ;o)
Lieblingsthemen?: Einfach alles, was mit Heimat zu tun hat. Es darf auch gerne me(e)r sein.
Bildnachweis/Portrait: Privat