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So werden aus alten Weinflaschen stylische Kerzen

So werden aus alten Weinflaschen stylische Kerzen

Kennen Sie das auch? Nach dem Wochenende in gemütlicher Freunde-Runde, der Geburtstagsfeier oder dem Spiele-Abend warten am Wochenanfang etliche Weinflaschen darauf, im Altglascontainer entsorgt zu werden. Statt die oftmals schönen Flaschen einfach wegzuwerfen, kann man sie aber einem neuen Verwendungszweck zuführen. Und ganz nebenbei auch noch alte Kerzenreste aufbrauchen. Ein Upcycling-Projekt, dass nicht nur Ihr Zuhause verschönert, sondern auch als sehr persönliches Geschenk für einen lieben Menschen dienen kann.

Ich gebe es offen zu: ich liebe Kerzen! Aber gerade bei den größeren Stumpenkerzen bleiben oft Reste zurück, die sich einfach nicht mehr abbrennen lassen. So kommt im laufe der Zeit eine Menge Kerzenwachs zusammen, das man eigentlich entsorgen würde. Muss man aber nicht, denn das Wachs ist ja immer noch gut geeignet, wieder zu einer Kerze zu werden!

Bei meiner Zero Waste Idee bekommen leere Weinflaschen eine neue Aufgabe: in die Unterteile werden die neuen Kerzen gegossen und auch die Flaschenhälse kommen noch zum Einsatz. So landet wirklich nichts im Müll!



Weinflaschen Upcycling mit Kerzenwachsresten

das benötigen Sie:

• leere Weinflaschen

• Kerzenwachsreste (oder neuen Kerzenwachs)
• Docht mit Fuß (etwa 12cm Länge)
optional: ätherisches Öl in gewünschter Duftrichtung
Glasschneider
• Topf und alte Konservendose zum Erhitzen des Wachses
evtl. Wäscheklammern zum Fixieren des Dochtes
• etwas Schleifpapier oder einen Schleifschwamm


Die benötigte Länge des Dochtes hängt davon ab, in welcher Höhe man später die Weinflasche teilt. Er sollte noch einige Zentimeter über die Kerzenoberfläche hinausschauen, damit man ihn beim Eingießen des heißen Wachses fixieren kann und er hinterher schön mittig in der Kerze steht.
Die Dochte gibt es in unterschiedlicher Länge, schon fertig mit kleinem Metallfüßchen zu kaufen. Der Glasschneider ist ein kleines, handliches Werkzeug, dass Sie im Baumarkt günstig erhalten. Die Weinflaschen werden damit nicht wirklich geschnitten, sondern nur eingeritzt.

Flaschen vorbereiten und teilen
Als Erstes müssen die Flaschen gründlich gereinigt und von den Etiketten befreit werden. Meist reicht es schon, sie eine Weile in heißem Seifenwasser einzuweichen. Die Etiketten lösen sich dann häufig fast ganz von allein. Sollten dennoch Kleberückstände bleiben, können diese mit einem Schwamm und ein paar Tropfen Orangenreiniger entfernt werden.



Die getrockneten Flaschen werden nun in gewünschter Höhe mit dem Glasschneider eingeritzt. Es hat sich bewährt, dafür einen kleinen „Turm“ - z.B. aus Paketklebebandrollen – zu bauen, um eine gleichmäßige Höhe zu gewähren. Der Trick dabei ist, den Glasschneider auf dieser Erhöhung abzulegen und nicht den Schneider zu bewegen, sondern die Flasche dagegen zu schieben und zu drehen. So erhält man einen ringsrum einen gleichmäßigen Schnitt. Der Schnitt sollte fühlbar sein, wenn Sie mit den Fingern über die Flasche fahren, dann ist er tief genug. Dort wo die Flasche eingeritzt ist, ergibt sich eine Art Sollbruch-Stelle.

Jetzt bringen wir die Flasche dazu, an genau dieser Stelle zu brechen: Halten Sie die Flasche über die Flamme einer Kerze und erhitzen Sie sie ringsherum an der eingeritzten Stelle. Sie wird dort schwarz und rußig werden, aber das macht überhaupt nichts. Halten Sie die erhitzte Flasche nun sofort unter den kalten Strahl des Wasserhahns. Sie werden ein leichtes Knacken hören. Drehen Sie die Flasche unter dem Wasser. Es kann einige Sekunden dauern, dann trennt sich das Flaschenoberteil ganz von allein vom Unterteil. Versuchen Sie nicht die Flasche mit Muskelkraft zum Brechen zu bringen, sonst könnten Sie sich verletzen. Die Flasche wird von allein brechen, vertrauen Sie mir!

Die entstandenden Schnittstellen müssen nun noch leicht geschliffen werden. Das geht am einfachsten, wenn Sie dazu etwas Schleifpapier oder einen Schleifschwamm auf die Arbeitsfläche legen und mit die Schnittstelle in kreisförmigen Bewegungen darüber führen. Manchmal ist die Schnittstelle nicht komplett eben und etwas ungleichmäßig. Das macht aber gar nichts, denn nach dem Schleifen, sind die Kanten nicht mehr scharf. Und gerade diese kleinen Unperfektheiten machen Ihre Kerze so besonders!

Entfernen Sie jetzt eventuelle Rußspuren mit etwas Seifenwasser und einem Schwamm vom Glas. 



Jetzt geht’s ans Kerzengießen
Der Kerzenwachs muss zuerst geschmolzen werden. Dafür geben Sie Ihre Kerzenreste in eine große , saubere Konservendose und stellen diese in einen mit Wasser gefüllten Topf. Die Wassermenge sollte so bemessen sein, dass die Dose noch sicher im Topf steht. Das Wasser wird nun erhitzt, es sollte nicht wirklich kochen, aber kurz davor sein.

Während das Wachs schmilzt (das dauert schon eine Weile), bereiten Sie die Unterteile der zuvor geschnittenen Weinflaschen vor: setzen Sie in jedes Glas mittig einen Docht und fixieren Sie ihn am Rand mit einer Wäscheklammer. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann das Füßchen des Dochtes auch mit einem Tropfen aus der Heißklebepistole auf den Glasboden kleben. 



Entfernen Sie aus dem geschmolzenen Wachs mit Hilfe einer Gabel die Dochte der alten Kerzen und eventuelle Verschmutzungen. Jetzt gießen Sie das flüssige Wachs vorsichtig in das vorbereitete Glas. Lassen Sie zum Rand etwa 2 cm frei. Möchten Sie, dass Ihre Kerze duftet, ist jetzt der Zeitpunkt etwa 20-30 Tropfen eines ätherischen Öls ins Glas zu geben und mit einem Holzstäbchen vorsichtig umzurühren. Überprüfen Sie noch einmal die Position des Dochtes, er sollte genau mittig im Glas stehen.

Lassen Sie nun das Wachs etwa 1 Stunde aushärten. Manchmal sinkt das Wachs in dieser Zeit rund um den Kerzendocht etwas ein, dann füllen Sie nochmals bis 1cm unter den Glasrand Wachs auf. So erhalten Sie eine schöne Kerzenoberfläche und Ihre Kerze brennt später auch gleichmäßig ab.



Ihre Kerze ist nun fertig! Um Sie noch ein wenig schöner und individueller machen, können Sie im Internet z.B. ein Etikett gestalten, welches Sie mit dem Namen des Beschenkten oder einfach nur einem schönen Motiv versehen. Dieses drucken Sie dann auf normalem Druckerpapier aus und kleben es mit Hilfe eines herkömmlichen Klebestiftes auf das Glas. Das geht wirklich ganz easy und hält wunderbar. Ich habe meine (Duft)Kerzen mit solchen Etiketten versehen. Die „Morgenfrische“ duftet nach Bergamotte, das „Mittagsleuchten“ nach Rosen und bei der „Abendstille“ entspannt der Duft von Lavendel.

Achten Sie darauf, nur hochwertige ätherische Öle zu nutzen.



Und was ist mit den Flaschenhälsen?
Jetzt sind da ja noch die oberen Teile der Flaschen übrig und ich hatte versprochen, dass auch sie eine Verwendung finden. Bei mir dienen sie nun als Windschutz über einfachen Teelichtern oder kleinen Kerzen. Die Kerzen werden auf einen Teller oder ein Brett gestellt, Flaschenhals drüber und schon ist die Flamme vor Wind oder Zugluft sicher. Drinnen und natürlich auch draußen im Garten. So simpel, so effektiv! 



Jetzt bin ich sehr gespannt, ob meine Nachhaltigkeits-Idee Sie dazu verleitet, leere Weinflaschen plötzlich mit ganz anderen Augen zu sehen... ich würde mich darüber freuen!

Liebe Grüße

Ihre Smilla

Bildnachweis:
Cornelia Geerken

Cornelia von SMILLAS WOHNGEFÜHL

im Nordwesten unterwegs...